Psychisch erkrankte Menschen systemisch wahrnehmen und verstehen

Haltungen – Gesprächsführung – Handwerkszeug

Systemisches Denken und Handeln hat in den letzten Jahren gerade in der Sozialpsychiatrie eine wachsende Bedeutung erlangt und kann im Blick auf die damit verbundenen Grundhaltungen und Methoden als etabliert gelten. Systemische Ideen ermöglichen innerhalb ambulanter Dienste und stationärer Einrichtungen neue Zugangsformen zum Verständnis psychischen Leidens und tragen dazu bei, geeignete personenzentrierte Formen der Beratung und alltagsbegleitenden Unterstützung zu entwickeln.

Aus systemischer Perspektive werden psychiatrische Probleme nicht als Defizite des einzelnen psychisch kranken Menschen oder seiner Familie verstanden. Psychiatrische Probleme werden vielmehr als Lösungsversuche von Menschen in schwierigen Lebenssituationen beschrieben. Sie erhalten ihre Bedeutung innerhalb eines Beziehungs- und Lebenszusammenhangs, an dem die Klientin bzw. der Klient ihr/sein soziales Netz und professionelle Helferinnen und Helfer beteiligt sind. Klientinnen und Klienten werden als Experten ihrer Lebenssituation betrachtet. Gleichzeitig gilt es, das Interaktionsgeschehen zwischen der Klientenschaft und dem Helfersystem zu berücksichtigen und entwicklungsfördernd zu gestalten.

In solchen gemeinsam geschaffenen Problemsystemen liegen zumeist auch die Ressourcen, um neue Sichtweisen und hilfreiche Veränderungen anzuregen.

Ergebnisse

Die Teilnehmer*innen

  • kennen die theoretischen Grundlagen systemischen Denkens und Handelns.
  • erlernen neue Zugangsmöglichkeiten zum Verständnis psychischer Störungen und für den Aufbau von Beziehungen.
  • entwickeln ein Verständnis für systemisch orientierte Beratung und Intervention und erarbeiten sich entsprechende Handlungsoptionen.
  • lernen ein umfangreiches Set methodischer Vorgehensweisen und systemischer Beratungsformen kennen.

Schwerpunkte

  • systemisch-konstruktivistische Grundannahmen und Grundhaltungen
  • systemisches Denken und Handeln im sozialpsychiatrischen Kontext
  • methodische Vorgehensweisen und systemischen Beratungsformen wie v. a. Kontextualität und Auftragsklärung, Hypothesenbildung, Ressourcenorientierung, reframing, Genogrammarbeit und Reflecting Team
  • praxisbezogene, systemische Gesprächsführung
Informationen

21.10.- 23.10.2019

Tagungszentrum Bernhäuser Forst, 70794 Filderstadt

20 Teilnehmende
Fachkräfte in (sozial- und gemeinde-) psychiatrischen Einrichtungen und Diensten

330,00 plus Übernachtung/Verpflegung

Veranst.-Nr.: 640713

Methoden

Input, Übungen und Rollenspiele zur Gesprächsführung, fallbezogene Praxisreflexion

Mitwirkende

Sylvia Fahr-Armbruster, Dipl. Pädagogin, Systemische Familientherapeutin, Supervisorin, Stuttgart
Karl-Heinz Menzler-Fröhlich, Dipl. Sozialpädagoge, Systemischer Familientherapeut, Schwaikheim

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Kontakt

Inhaltliche Anfragen

Frank Rosenbach
0177-321 26 92

Anmeldung

Michael Rautenberg
030 488 37-495
michael.rautenberg@ba-kd.de