„Ohne Kirchenmitgliedschaft? Kein Problem!“ Wie weiter nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs?

Fachtagung der Bundesakademie für Kirche und Diakonie in Kooperation mit dem Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e. V.

Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte konfessionsloser Bewerber*innen bei kirchlichen Arbeitgebern gestärkt. Eine bestimmte Religionszugehörigkeit darf zukünftig nur dann zur Bedingung gemacht werden, wenn dies für die Tätigkeit "objektiv geboten" ist und die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt.

Zurzeit versuchen Rechtsexperten die Implikationen des Urteils zu verstehen und die tatsächliche Tragweite valide abzuschätzen. Es geht dabei um die Frage, was das Urteil des EuGH für kirchliche und diakonische Anstellungsträger in Zukunft bedeutet. Was ist zu tun, damit kirchliche und diakonische Einrichtungen auch bei einem geringen Anteil konfessionell gebundener Mitarbeiter*innen im Alltag weiterhin als eindeutig evangelische Einrichtungen erlebt werden können?

Die Fachtagung will (in dieser Zeit der Unsicherheit)

  • über den Stand der Dinge informieren, eine erste Einordnung des Urteils vornehmen und darstellen was sich abzeichnet
  • Impulse für die Zeit des Schwebezustands aus rechtlicher, theologischer und bildungsbezogener Perspektive geben
  • zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung einladen

Programm

10.00 Uhr Begrüßung

Pfr.Dr. Klaus Ziller – Bundesakademie für Kirche und Diakonie

Pfr. Johannes Lehnert – Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf

10.15 Uhr Impulse mit Rückfragemöglichkeit

Bedeutung und Folgen des Urteils aus rechtlicher Perspektive

Was sehen wir? Was ist noch nicht absehbar? Was ist für Träger und Leitungsverantwortliche jetzt zu tun?

Britta Fischer – Referentin für Arbeitsrecht der Diakonie Deutschland

Wie stellt sich das Urteil aus der Außenperspektive dar?

RA Sabine Assmann – auf die Beratung und Vertretung von Dienstnehmer*innen sowie Mitarbeitervertretungen in Kirche, Diakonie und Caritas spezialisierte Rechtsanwältin, Berlin

11.15 Uhr Bedeutung und Folgen des Urteils aus theologischer und diakonischerPerspektive

Welche Entwicklungen zeichnen sich ab und wie kann darauf reagiert werden?

Pfr. Ulrich Lilie – Präsident der Diakonie Deutschland

11.45 Uhr Reflexion und Resonanz in Gruppen

12.15 Uhr Mittagsimbiss

13.00 Uhr Bedeutung und mögliche Folgen des Urteils für verschiedene Praxisfelder

Podium mit den Impulsgeber*innen des Vormittags und Vertreter*innen aus der Praxis

Elke Grothe-Kühn – Leitung Geschäftsfeld Krankenhaus und Gesundheit, Geschäftsführerin des Verbandes Evangelischer Krankenhäuser Rheinland/Westfalen/Lippe e.V.

Jeanne Grabner, Geschäftsführerin der MILaa gGmbH („Miteinander leben, aber anders“) mit vielfältigen Hilfeangeboten: einer Kriseneinrichtung für Minderjährige, betreute Wohnangebote und zwei Obdachloseneinrichtungen.

Birgit Krause – Leiterin der Kindertagesstätte „Sonnenblume“ in Ribnitz-Damgarten des Kreisdiakonischen Werkes Stralsund e.V. Sie verantwortet unter anderem den langjährigen Prozess religionspädagogischer Ausbildung der nicht konfessionell gebundenen Mitarbeiter*innen nach Übernahme des ehemaligen kommunalen Kindergartens und seine Wandlung zu einer diakonischen Einrichtung.

14.00 Uhr Austausch und Netzwerken

Diskussionsgruppen mit Praxisvertreter*innen zu Lösungsansätzen und Gestaltungsperspektiven

14.30 Uhr Bündelung der Erkenntnisse und Ausblick

Pfr. Johannes Lehnert, Dr. Klaus Ziller

15.00 Uhr Abschluss

Informationen

04. Juli 2018

Evangelischer Diakonieverein Zehlendorf e. V., Busseallee 23-25, 14163 Berlin

100 Teilnehmende
Leitungs- und Personalverantwortliche in Kirche und Diakonie

Interessierte weiterer Träger

90,00

Veranst.-Nr.: 790301

Mitwirkende