4. Fachtag Demenz

Transkulturalität und Spiritualität der Weltreligionen

Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gibt es in der älteren Bevölkerung ohne deutsche Staatsangehörigkeit etwa 48.000 dementiell erkrankte Menschen. Sprache und Kultur spielen eine wichtige Rolle beim Zugang zu Beratung, Diagnose und Behandlung. Dementielle Erkrankungen kennen keine ethnischen Grenzen.

Ist das Thema Demenz ein Thema in den Diskussionen der westlichen Welt? Wie gehen andere Länder mit ihren alten Menschen um? Inwieweit tragen soziale Faktoren zur Entwicklung einer dementiellen Erkrankung bei?

Wenn Demenz eine Krise ist, wo liegt die Chance aus spiritueller Sicht? Was Religionen mit dem Wort Gott bezeichnen, bezeugt die Erfahrung, dass alle Kommunikation vom Geiste der Liebe getragen ist. Der Sinn des Lebens ist – spirituell gesprochen – wohlwollende Begegnung und Berührung. Auch wer kognitive Fähigkeiten einbüßt, bleibt empfänglich für Wohlwollen. So animieren dementiell erkranke Menschen in einer funktional ausdifferenzierten Welt die gesunden Menschen, mit den unvermeidlichen Grenzerfahrungen barmherzig umzugehen. Umgekehrt können Familie, Freund*innen und das Fachpersonal dementiell veränderten Menschen Resonanzräume eröffnen - für Überraschendes und Befremd-liches, für Gewohnheiten, Erinnerungsinseln und Ängste. Eine Studie zu Spiritualität und Demenz aus dem Jahr 2009 zeigt, dass gerade die achtsame Offenheit für schmerzliche Erfahrungen und Widerstände Geborgenheit schafft.

Können wir von anderen Kulturen den Umgang mit Menschen mit Demenz lernen? Ozeanische Gesellschaften, gehen davon aus, dass alte Menschen nicht mehr über ihre geistigen Kräfte verfügen, da sie diese an die jüngere Generation weitergegeben haben. Kann es auch bei uns eine „Großzügigkeit“ im Denken geben? Was hätte das für den Umgang mit dementiell erkrankten Menschen zur Folge?

Dieser Fachtag möchte Möglichkeiten aufzeigen, den transkulturellen Bedarf Ihrer Klient*innen zu erheben, Wünsche und Bedürfnisse zu erfassen, Ihre eigenen Grenzen als Fachkraft besser zu erkennen und konstruktiv gestärkt damit umzugehen.

Programm

09.00 Uhr Stehkaffee

09.30 Uhr Begrüßung Dr. Klaus Ziller

  • Beratung und Begleitung von dementiell veränderten Menschen und ihren Familien in ihrer letzten Lebensphase, Prof. Dr. Erika Feldhaus-Plumin
  • Rechtliche Aspekte: Sterbehilfe in Deutschland – was ist erlaubt, was ist strafbar, Susan Vogel

12.00 Uhr Kaffeepause

  • Grundbegriffe der Weltreligionen unter demenz-sensibler Rücksicht, Annette Edenhofer

13.00 Uhr Mittagspause

  • Grundbegriffe der Weltreligionen unter demenz-sensibler Rücksicht, Annette Edenhofer

15.15 Uhr Kaffeepause

  • Gewalt gegen dementiell erkrankte Menschen und transkulturelle Gewaltprävention, Prof. Dr. Stefan Büttner-von Stülpnagel

17.15 Uhr Abschlussdiskussion und Verabschiedung, Dr. Klaus Ziller

 

27.11.2020

Mitarbeiter*innen aus der Alten-, Kranken- und Behindertenpflege

Akademie Hotel, 13156 Berlin

85,00 plus Übernachtung/Verpflegung

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Leitung

Dr.Gabriele Beckert; BAKD

Mitwirkende

Dr. Gabriele Beckert, Dipl.-Pflegepädagogin , Studienleitung BAKD
Prof. Dr. Stefan Büttner-von Stülpnagel, denkInform, Dozent im Bereich Ethik in der Pflege, Philosophie und Religion, politische Bildung, Beratungstätigkeiten für Soziale Träger und Führungskräftetrainings, Individual- und Team-Coaching. außerplanmäßiger Professor mit Lehr- und Prüfungsdeputat an der Universität Potsdam und Dozent an der Privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg „Theodor Fontane“
Annette Edenhofer, Dipl. - Theologin und Bakk. Phil., Dozentin an der Katholischen Fachhochschule für Sozialwesen, Berlin
Prof. Dr. Erika Feldhaus-Plumin leitet den Studiengang Bachelor of Nursing an der Evangelischen Hochschule Berlin und ist Mitorganisatorin des Fachtags Demenz. Sie ist Kinderkrankenschwester, Dipl. Sozialarbeiterin und -pädagogin, Psychologische Beraterin und Gesundheitswissenschaftlerin (Dr. P.H.). Sie lehrt und forscht seit Jahren zum Thema Demenz
Susan Vogel, Rechtsanwältin und Dipl.-Sozialarbeiterin/- Sozialpädagogin (FH),
Dr. Klaus Ziller, Theologe, Geschäftsführer der Bundesakademie für Kirche und Diakonie, Systemischer Berater für Veränderungsprozesse

Ihr Kontakt zu uns

030 488 37-488

info@ba-kd.de

Inhaltliche Anfragen

Dr. Gabriele Beckert
0172 739 28 85
gabriele.beckert@ba-kd.de